Überwachungskultur

Überwachungskultur

Die Überwachungskultur ist besonders durch die Schaffung und Verbreitung des Internets ermöglicht worden und die NSA-Affäre hat gezeigt, wie sehr die Bürger bereits darunter zu leiden haben.

Dabei bedroht und sichert zugleich die erhöhte Transparenz in paradoxer Weise unser Freiheit dank der Überwachungskultur.

Bereits 1651 erschien die staats-theoretische Abhandlung „Leviathan oder Stoff von Thomas Hobbes“ und erklärt die Form der Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates und warum sich die Menschen es ursprünglichen Naturzustandes dazu entschlossen hätten, den Krieg aller gegen alle zu beenden und einen Teil ihrer Freiheiten einem Staats-Souverän zu übertragen.

Die Menschen unterwerfen sich staatlicher Macht, weil sich den Tod fürchten. Getrieben von der Angst, durch die Nachbarn oder äußere Feinde zu Tode zu kommen, unterzeichnen sie den Gesellschaftsvertrag, laut der Abhandlung. Neben dem Schutz des Lebens gibt es einen zweiten Antrieb, der sie in den Vertrag treibt: Es ist der Wunsch nach einem bequemen Leben.

Überwachungskultur in der heutigen Zeit

Gegenwärtig reorganisieren sich die Gesellschaften des Westens genau unter diesen beiden Antrieben, wie in der Abhandlung beschrieben: aus der neuen Todesangst und unter der Dauerverlockung zu bequemen Leben. Bestimmt haben sich seit 1651 die Bedeutungen dessen, was „Furcht vor dem Tode“ und erst recht was „Bequemlichkeit“ jeweils heißt, auch radikal verändert.

Doch ein solcher Bedeutungswechsel hat genauso alle anderen Ideen und Wertbegriffe erfasst, die im 17. und 18. Jahrhundert geprägt wurden und in den Verfassungen der liberalen Staaten als Rechte beschworen sind. Von daher müssen wir diese Begriffe und Rechte heute immer wieder auf die neuen Wirklichkeiten abstimmen und ihren normativen Gehalt mit dem evolutionären Stand von Technik, Wissen und sozialer Ordnung abgleichen.

Jedoch findet man in den heutigen Verfassungen der Länder selten die Begriffe Todesangst und Bequemlichkeit. Jedoch garantieren Verfassungen, wie der USA das Recht auf Leben, Freiheit und Glück. Doch in der heutigen Zeit drängt sich der Eindruck auf, das in den westlichen Staaten, zumal in den USA, weniger die Garantie des Lebens und die Sicherung der Freiheit die Leitlinien der Politik bestimmen als vielmehr die Angst vor dem Tod.

Die Entwicklung von neuen Sicherheitstechniken und die historisch einmalige Ausweitung der Überwachungsaktivitäten der westlichen Staatsorgane stehen gegenwärtig im Zeichen der Angst. Unsere heutigen Ängste vor terroristischen Gewalttaten, und ein unübersehbar gewordenes Angebot an Bequemlichkeitstechnologien darüber hinaus, das Leben in den westlichen Gesellschaften zu revolutionieren.

Unser Tipp: Zu Überwachungskultur gehört auch die Überwachung durch Kameras an öffentlichen Plätzen oder die Kontrolle durch die NSA oder dem BND. Aber auch die zahlreichen Verfahren der Leistungskontrolle in Behörden und Betrieben. Oder auch das Monitoring von Vorgängen in der Natur, Technik, Gesellschaft, Industrie und Verkehr.ä

Fazit: Die Überwachungskultur wurde schon im Buch von Thomas Hobbes im Jahr 1651 beschrieben und hat sich im wesentlichen bis zur heutigen Zeit kaum verändert. Es geht vor allem um die Angst der Menschen vor dem Tod, zum Beispiel die erhöhte Terrorgefahr.

Aber auch das Wollen nach mehr Bequemlichkeit, die das Leben der Menschen erleichtern soll. Besonders durch die Verbreitung von Computern, hat die Überwachungskultur stark zu genommen, wie zum Beispiel bekannt durch den Abhörskandal der NSA in Deutschland und anderen westlichen Ländern.

Wie findest Du diese Form der Überwachung? Welche Vorteile und Nachteile siehst Du in noch mehr Überwachung und Kontrolle?

Lese Dir gerne auch den Artikel Totalüberwachung zu diesem Thema durch.