Mehr Wirtschaftswachstum und Automatisierung

Industrialisierung

Industrialisierung

Die Industrialisierung bezeichnet die technisch-wirtschaftliche Prozesse des Übergangs von agrarischen zu industriellen Produktionsweisen, in denen sich die maschinelle Herstellung von Waren und Dienstleistungen durchgesetzt. Das Gegenteil ist die Deindustrialisierung.

Die Industrialisierung bezeichnet im Allgemeinen die Einführung und Verbreitung industriell-mechanischer Arten der Produktion und Distribution von Gütern und Dienstleistungen mit der Folge eines schwindenden Anteils der agrarischen zugunsten der verarbeitenden Produktion in einer Volkswirtschaft. Angefangen hat der Vorgang in England während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Später hat sie sich schrittweise in andere Länder Europas und Nordamerikas verbreitet, seit Mitte des 20. Jahrhunderts zusätzlich auch in Asien und Lateinamerika.

England als Herkunft der Industrialisierung:

In England waren der Absolutismus und die Grundherrschaft früher als in anderen Staaten Europas gelockert worden, Zunftzwang gab es im Gegensatz zu deutschen Ländern bereits lange nicht mehr. Dies hat die freie Ausweitung des Handels, die Kapitalbildung und die technische Erneuerung begünstigt. Die Lage Englands als Insel ermöglichte den überregionalen Verkehr und Gütertransport per Seeschiff zwischen den Hafenstädten.

Die Meilensteine waren die Erfindung der Dampfmaschine (erfunden 1712 von Thomas Newcomen und weiterentwickelt 1769 von James Watt), der Spinnmaschine, des mechanischen Webstuhls, der Werkzeugmaschine und es Puddelverfahrens bei der Eisengewinnung. Durch die Erfindung der Dampflokomotive und der ersten öffentlichen Eisenbahnen bildete sich das Ende der industriellen Revolution in England.

Hilfreiche Faktoren für die Industrialisierung:

– Kapitalbildung Wirtschaft

– Infrastruktur: In England wurden früher alles in anderen Ländern die Bedeutung der Nutzung von Wasserwegen (Kanalbau) und Eisenbahnen erkannt. Infolgedessen und wegen der Insellage von England, hatte dieses früher als jedes andere Land ein gut ausgebautes Kanalnetz.

– Genügend Rohstoffvorkommen, besonders Erz, Kohle und auch Baumwolle aus den Kolonien. Dazu kam die gute Lage von Rohstoffvorkommen im Inland, die nah genug beieinanderlagen, um sie wirkungsvoll zusammen verwenden zu können.

– Ausreichendes Angebot an Arbeitnehmern und Arbeitskräften. Die wirtschaftliche Lage von Kleinbauern wurde komplizierter, viele von ihnen zogen in die sich entwickelten Industriezentren.

– Absatzmärkte durch steigende Nachfrage nach Textilien (Bekleidung)

– Unterdrückung von wirtschaftlicher Konkurrenz in seiner Situation als Welt- und Koloniemacht, wie zum Beispiel der indischen Baumwollindustrie.

– Hohe Handels- und Kriegsflotte, die zu Verschiffung von Waren und Rohstoffen und den Seemachtinteressen diente

– Im Vegleich zum Adel, größere Macht des Bürgertums in der konstitutionellen Monarchie.

– Höhere politische Stabilität als in anderen Staaten, beispielsweise hatte das Bill of Rights von 1689 bestand

– Leistungsstarke Landwirtschaft zur Versorgung der rasch wachsenden Bevölkerung und als Kapitalgrundlage

– Auch begünstigte die calvinistische Religion von vielen Menschen fortdauerndes Bestreben zur arbeiten und nach Möglichkeit reich zu werden.

Die Bedeutung von der Industrialisierung heute:

Die Entwicklung der Industrie wird als Begriff auch für die heutige Standardisierung oder Automatisierung von Prozessen und Verfahren genutzt. Als Beispiel sei die Softwareentwicklung genannt. Bei der Programmierung wird kein Gegenstand in üblichen Sinne produziert. Die Produktion des Guts Software kann in vielen Unternehmen als handwerkliche Tätigkeit verstanden werden, weil sie jedes Mal anders und individuell vorgenommen wird.

Das Ziel der Industrialisierung ist es, gemeinsame Produktionselemente zu standardisieren, so dass sie wirkungsvoller, produktiver und gleichförmig eingesetzt werden können. Bloß, wenn die einzelnen Phasen charakterisiert sind, können beispielsweise Teile als Offshoring-Tätigkeit abgegeben werden. Bereits früh hat sich während der Entwicklung der Industrie eine Industriekritik geäußert, die später in eine ökologische Kritik überging.

Unser Tipp. Als Folge der Industrialisierung können folgende Auswirkungen haben: Urbanisierung, der Wechsel von Selbstvorsorgungs-(Subsistenzwirtschaft) zur Fremdversorgungsgesellschaft, Geburtenrückgang, auch zunehmende Umweltverschmutzung, die Prosperität (in den Industrieländern) und ganz besonders die globale Erderwärmung.

Fazit: Die Industrialisierung ist ein Prozess der seit Jahrhunderten gesteuert wird, um die Globalisierung der Erde weiter voranzutreiben. Dabei geht die industrielle Entwicklung auf England und die Erfindung der Dampflok und Dampfmaschine zurück. Die es den Menschen ermöglicht hat, vom Land in die Stadt zu ziehen und neue Arbeitsplätze zu besetzen ohne auf die Landwirtschaft angewiesen zu sein. In der heutigen Zeit geht es vor allem um die Weiterentwicklung von Automatisierung und Standardisierung von Prozessen in der Produktion.

Was hältst Du der Entwicklung der Industrie in der heutigen Zeit? Welche Vorteile siehst Du in der Automatisierung von weiteren Produktionsprozessen in Firmen und Organisationen?

Lese Dir gerne auch den Artikel Deindustrialisierung zu diesem Thema durch.