Zinssatz – Kreditverträge & Geldanlagen

Zinssatz

Zinssatz

Der Zinssatz ist von großer Bedeutung bei der Anlage von Geld.  Der Zinssatz oder auch Zinsfluss genannt, ist der in Prozent ausgedrückte Preis für geliehenes Geld, also der Zins als Prozentabgae, zum Beispiel auch für den Mietzins.

Arten vom Zinssatz

Man unterscheidet unterschiedliche Arten von Zinssätzen, zum Beispiel:

  • Real-Zinsatz: Bereinigung des Zinssatzes, um die Wirkungen der Inflation
  • Nominalzinsatz: reiner Zinssatz, mit dem der Zinsbetrag berechnet wird
  • Effektivzinssatz: Einbindung von Auszahlungskurs, Nebenkosten und unterperiodigen Zinszahlungen
  • Grundzinssätze von der Gesamtwirtschaft sind der Leitzinssatz für Interbankkredite und Eckzinssatz für Spareinlagen

Festzins und variabler Zins

Unter dem Festzins wird ein Zinssatz verstanden, der für eine entsprechende Laufzeit unverändert konstant bleibt, unabhängig von der aktuellen Entwicklung der Marktzinsen. Eine Legaldefinition bietet der Paragraph 489 Abs. 5 BGB, wonach ein gebundener Zinssatz für die komplette Vertragslaufzeit  als festgelegte Prozentzahl vereinbart wird. Ein Festzins kann zum einen für die komplete Laufzeit eines Kredits oder eine Geldanlage vereinbart werden oder jedoch nur für einen Teil der Laufzeit.

Ein variabler Zins ist ein sich an die aktuelle Marktsituation an passender Zins. Unzulässig sind bei Verträgen mit variablen Zinsen willkürliche Zinsgestaltungen. Es ist vielmehr vertraglich ein Referenzzins festzuhalten, der die individuelle Vertragsentwicklung berücksichtigt und in öffentlichen Medien zugänglich sein muss. Dabei bietet sich zum Beispiel die Zeitreihen-Datenbank der Deutschen Bundesbank an.

Interner Zinsfluss

Der interne Zinsfluss ist der Zinssatz, bei dem der Kapitalwert einer Zahlungsreihe oder eines Projektes der Bedeutung nach genau null ist. Daraus lässt sich mit der Hilfe der Methode des internen Zinsfußes schließen, ob die Durchführung des Projekts vorteilhaft ist oder auch nicht. Vorteilhaft und von daher einen positiven Kapitalwert liefernd, ist das Projekt immer dann, wenn der Kalkulationszinssatz geringer ist als der interne Zins. Unvorteilhaft wäre es in dem Falle, wenn der Kalkulationszinssatz höher liegt. Auch als Effektivzins (Finanzierungen) oder Internal Rate of Return (IIR) bezeichnet.

Kalkulationszinssatzfluss

Der Kalkulationszinssatzfuß oder auch Kalkulationzinssatz wird in der Investitionsrechnung bei Dicounted Cash-Flow Analysen genutzt. Dieser beschreibt die einseitige Mindestverzinsungsforderung eines Anlegers an sind Investitionen und bestimmt, wie stark weiter in der Zukunft liegende Zahlungen auf ihren Barwert abgewertet werden. Der Kalkulationszinsfuß wird errechnet, indem die Kapitalkosten oder gewichteten Kapitalkosten um eine Risikoprämie erhöht (Investition) oder verringert (Kreditvergabe) werden.

Um der Berücksichtigung des Zeitwertes des Geldes wird deutlich, dass die Forderung nach einer hohen Rendite gleichbedeutend mit der Forderung nach riskanteren und kurzfristigeren Investitionen ist, weil gegenwartsnahe Zahlungen größer bewertet werden als spätere Zahlungen.

Unser Tipp: Aufgrund der Absenkung des Leitzinses auf 0,00 % ist es für Anleger und Sparer kaum sinnvoll noch mehr Geld zu sparen, weil die Zinsen einfach zu niedrig sind.

Fazit: Der Zinssatz ist wichtig für Anleger, die ihr Geld investieren wollen. Deshalb ist es wichtig sich mit den Zinsen von verschiedenen Geldanlagen zu beschäftigen. Es gibt mehre Arten von Zinsen, wie der Festzins oder der variable Zinssatz. Auch sollte der interne Zinsfluss immer mit berücksichtigt werden bei Vertragsabschlüssen und bei Kreditaufnahmen.

Wie findest Du den aktuellen Leitzinsatz? Welche Vorteile siehst Du in der Null-Zins-Politik der EU?

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