Johanniskraut – Wechselwirkung

Johanniskraut

Johanniskraut

In diesen dritten Artikel geht es um die Wechselwirkungen von Johanniskraut mit anderen Arzneimitteln.

Bereits Ende der 1990er Jahre wurde festgestellt, dass das Johanniskraut zu einen vermehrten Abbau von anderen Wirkstoffen beiträgt. Darum wurde das vorher frei erhältliche Kraut 2004 der Apothekenpflicht unterstellt.

Von der Apothekenpflicht ausgenommen sind die Zubereitungen, die in der Dosis des Tages bis zu 1 g Drogenäquivalent und bis zu 1 mg Hyperforin beinhalten, Tee und zur äußeren Verwendung besonderer Frischpflanzensaft oder die ölige Zubereitung (Rotöl).

Wegen den Wechselwirkungen wurde das Johanniskraut in Irland bereits vor einigen Jahren der Versicherungspflicht unterstellt. Weil die Johanniskrautpräparate mit der Indikation „mittelschwere Depression“ unterliegen. Seit dem 01.04.2009 zudem in Deutschland der Verschreibungspflicht.

Das Johanniskraut leitet das Abbauenzym Cytochrom P450, Subtyp 3A4, in der Leber ab. Die Abbaurate einer großen Anzahl von Wirkstoffen steigt damit an und sie können ihre Wirkung verlieren.  Cytrochrom P450, Subtyp 3A4 verstoffwechselt unter anderem die Hormone. So kann das Johanniskraut die Wirkung der Anti-Baby-Pille und anderen hormonellen Verhütungsmitteln beeinflussen.

Es bestehen auch die Wechselwirkungen mit spezifischen AIDS-Medikamente, Antibiotika und einigen Antidepressiva. Auch Immunsuppresiva, die beispielsweise nach Transplantationen gegen die Abstoßungsrekation vom Körper gegeben werden, werden abgeschwächt. Es sind Todesfälle bei Einnahmen von Johanniskraut mit gleichzeitiger Immunsuppresion beschrieben worden.

Dieses Kraut senkte in einer schwedischen Studie bei der Gabe von 600 mg pro Tag mit einem hohen Hyperforin-Gehalt von 4 % nach ca. 14 Tagen die Plasmahöchstkonzentration, die Halbwertzeit von Finasterid um ca. 50 %. Weiterhin sind betroffen die trizyklischen Antidepressiva Amitriptylin und auch Nortriptylin, Methadon, Antiepilektika und bezodiazepinähnliche Substanzen, (wie beispielsweise Zolpidem und Zopiclon) sowie viele andere Wirkstoffgruppen. Mit Wiederaufnahmehemmern wie Serotonin, wie z. B. Fluoxetin, Citalopram und Paroxetin besteht die Chance einer Verstärkung von serotininerg bedingter Nebenwirkungen (Durchfall, Übelkeit, Erregung, Blutdruckschwankungen).

Anwendung von Johanniskraut

Bei der Einnahme in der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit ist immer Vorsicht geboten, denn dieses Kraut wurde früher in der Volksmedizin als Abtreibungsmittel eingesetzt. In der Volksmedizin wird das Kraut als Tee oder als Tinktur auch bei Menstrationsbeschwerden und pupertätsbedingten Verstimmungen genutzt. Das Johanniskrautöl auch Rotöl oder Johannisöl genannt, wird als Einreibemittel bei Gicht, Hexenschuss und Rheuma zur Schmerzlinderung und auch zu Wundheilung nach der Verrenkungen und Vertauschungen und bei Blutergüssen und Gürtelrose genutzt.

Es kann aber auch innerlich verwendet werden. Zudem werden Sonnenbrand und Verbrennung damit gelindert. Das Johanniskrautöl gilt als nicht reizendes, kaltes Öl. Es wird gewonnen, indem man die Johanniskrautblüten zwei Monate lang in kaltgepressten Sonnenblumen- oder Olivenöl einlegt, ab und zu kräftig schüttelt und in der Sonne stehen lässt. Dieser Vorgang wird auch Mazeration genannt.

Verwendung in Lebensmittel

Die Johnaniskraut-Zubereitungen sind zudem vereinzelnd in Nahrungsergänzungsmitteln zu finden: dort als Johanniskrautöl, dem jedoch die innerlichen arzneilichen Wirkungen alles andere als zugeschrieben werden dürfen.

Unser Tipp: Der Johanniskraut hat trotz seiner Wechselwirkungen eine große Anwendungsvielfalt und kann deshalb auch bei Menstrationsbeschwerden und Verstimmung gut eingenommen werden.

Fazit: Das Johanniskraut wird heute besonders bei Verstimmungen und Depressionen angewandt. Bei einer Verwendung während der Schwangerschaft wird jedoch dringend abgeraten, weil dies früher als Abtreibungsmittel verwendet wurde. Die Präparate können oft in Drogerien oder Apotheken gekauft werden. Auch kann es bei Hexenschüssen, Verspannungen, Rheuma und Gicht als Öl angewandt werden um die Schmerzen zu lindern.

Was hältst Du vom Johanniskrautöl? Welche Vorteile siehst Du in diesem Kraut für die Gesundheit der Menschen?

Lese Dir gerne auch den Artikel Reiki Teil 1 zu diesem Thema durch.